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Personalprobleme vorprogrammiert

Was? Ihr habt Probleme mit einem Bandmitglied? Und glaubt, ihr wärt die einzigen, die so was erleben?

Allzuoft höre ich von Bands, die in grosse Sinnkrisen kommen, wenn mal jemand den Austritt bekannt gibt oder wenn es sich anbahnt, dass jemand aus der Band gekickt werden sollte. Dabei ist das nur normal. Gerade bei Schülerbands, wenn das Umfeld zB mit Beginn der Berufsausbildung sich massiv verändert, sollte das nicht überraschen. Euer Ziel (habt ihr eins?) darf nicht wegen solchen Mini-Hürden ins wanken kommen. Welche grosse Band spielt denn noch in Originalbesetzung (und hatte nie Krisen)?

In dem Sinn: wenn euer Ziel wegen Personalfragen mal wankt, liegt’s wohl mehr am Ziel/an der Motivation als am Personal.

Das ABC eines einfachen Arrangements

Ob Cover oder eigene Komposition, ob ihr das Publikum fesseln könnt, hängt zu einem grossen Teil von einem guten Arrangement ab.

Um erfolgreich zu sein, müsst ihr eure Musik zu mindestens 50% für das Publikum machen. Schräge Klänge, komplizierte Taktformen, unzählige aneinandergereihte Patterns verwirren die Zuhörer mehr, als dass wirklich Stimmung aufkommt.

Vergesst nicht, der Grossteil des Publikums besteht aus musikalischen Laien, die gute und einfache Musik hören wollen. Die Laien sind auf «einfache» Musik konditioniert; an den (Kommerz)Radios laufen auch keine komplizierten Arrangements, sondern klar strukturierte Songs, mit eingängigen Melodien, gespickt mit ein paar Hooks. Wie schon der Philosoph und Musikkritiker Theodor W. Adorno sinngemäss schrieb: Nicht das Unerwartete befriedigt den Hörer, sondern das Erwartete - er fühlt sich verstanden und ein wohliges Gefühl kommt auf. (Nebenbei sei hier bemerkt, dass für Adorno alles Kommerzielle ein Graus war - er huldigte Schönbergs 12-Ton-Diatonik).

Die klassischste aller Song-Formen ist die sogenannte AAB(A)-Form. A= Strophe, B=Bridge oder Refrain. Diese Art des Arrangements hat sich vor allem im Jazz / Funk-Bereich durchgesetzt und lässt die Zuhörer nicht im Stich. Auch im Rock/Pop-Pop-Bereich wird diese Form des Arrangements immer mehr zum Standard.

Was auch oft gehört sind sind sogenannte AAB(A)C-Formen, dabei ist der C-Teil ein Zwischenteil (Shout), der sich durchaus rhythmisch und stilistisch vom restlichen Song abheben darf / kann.

Grundsätzlich gibt es keine endgültigen Regeln für ein gutes Arrangement, auf folgende Punkte solltet ihr jedoch achten (wenn ihr die Chancen auf ein Radio-Airplay theoretisch bewahren wollt):

- Nehmt klassische 8-Takt-Patterns

- Keine ungeraden oder triolischen Taktarten

- Strophe und Refrain klar unterscheiden (stilistisch)

- Die Strophe muss auf den Refrain abzielen und umgekehrt - gebt den Zuhörern musikalische Hinweise, was als nächstes passieren könnte.

- Perspektivenwechsel - hört euch den Song an und fragt euch: Würde mir das als Zuhörer gefallen? Was würde ich hier und dort erwarten?

Übt den Ernstfall

Ernstfall ProbeAn junge Bands ohne grosse Bühnenerfahrung: übt in eurem Keller nicht nur das Musikalische (und das gesellige Zusammensein), sondern zwischendurch - auch wenn’s sich anfangs schräg anfühlt - die Bühnenperformance! Das muss nicht heissen: Sprüche auswendig lernen oder mit dem Bandraum-Kühlschrank zu reden.

Stellt euch im Raum so auf, wie ihr auf der Bühne positioniert wäret und achtet in der Probe mehr auf gegenseitige Blicke und auf die eigene Bewegung als auf musikalische Perfektion. Wichtig bei einer Ernstfall-Probe ist auch, dass ihr ein fliessendes Set hinlegt - ihr müsst euch sicher sein, was ZWISCHEN den Songs passiert. Darauf werden wir bestimmt später mal eingehen.

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