Feedback aufsaugen
Künstler neigen dazu, Kritik nicht so sehr zu ertragen. Immerhin gibt man etwas aus seinem Innersten Preis - man wird verletzlich/verletzbar. Ein Stück weit ist das normal und OK - es kann aber sehr schnell die Fahrt bremsen…
“Ihr wart super!”
Solche Feedbacks freuen natürlich und bestätigen, schon mal etwas erreicht zu haben (falls sie ehrlich gemeint sind). Oft kommen solche Aussagen aber von eigenen Kollegen, die sich auf den Auftritt gefreut haben - und, ich bin so direkt, oft gehört ein solcher Spruch halt zum Höflichsein. Ihr aber, die ihr in diesem Blog lest, wollt nicht beim Erreichten stehen bleiben. Ihr wollt euch hervorheben von allen anderen 0-8-15-Bands. Ihr braucht dazu dringend Feedback. Von Profis.
Möglichkeiten, an Feedback zu kommen
unvollständige Liste:
- Bandcoaching buchen bei einem erfahrenen Produzenten (gewisses Level nötig!)
- Musiklehrer in Bandprobe einladen - möglichst viel Kritik dann raus pressen
- An Bandcontests spielen - und nachher die Jury um detaillierteres Feedback bitten
- Andere Musiker fragen, wie’s bei ihnen ankommt
- Nichtmusiker fragen, wie ihr die Bühnenpräsenz/performance verbessern könntet (schiesslich müsst ihr vor allem bei Nichtmusikern ankommen - es zählt bei Weitem nicht nur die Musik!)
- Jeden Auftritt filmen und kritisch Rückschau halten (dabei mit Profibands vergleichen, nicht mit der Nachbarsband aus Obergamseten)
- Wenn ihr erfahrene Leute aus dem Musikgeschäft an eurem Konzert trefft: auspressen!
Ihr braucht Feedback! Holt es euch! Werdet zu manischen Feedback-Sammlern! Und wichtig dabei: nicht vergessen, die gewonnenen Einsichten zusammen durchzusprechen, sie ernst zu nehmen. Setzt sie auch um. Ihr müsst/sollt nicht eure Seele verkaufen, aber prüft jeden Punkt.




Da muss ich Dir wirklich zustimmen. Feedback sind wirklich ein wichtiges und vor allem wertvolles Instrument. Klar muss man auch etwas kühlen Kopf bewahren und nicht nach einem “S’isch eifach mega geil xi” einen Höheflug starten aber auch nicht “Naja, hani nöd so läs gfunde” gleich im Boden versinken. Für mich hilfreich war auch, mich mal allgemein mit dem Begriff “Feedback” auseinander zu setzen und im Allgemeinen (nicht nur auf die Musik) zu betrachen. Ich finde, das hilft ebenfalls mit negativen aber auch positiven Feedbacks (oder einfach Kommentaren) umzugehen. Es ist nämlich auch nicht ganz so einfach mit einem Lob gut umzugehen, also mir geht das so.
Zur Liste möchte ich noch anfügen:
Ich denke es ist auch enorm wichtig, sich mit sich selber auseinander zu setzen. Was bin ich? Was bin ich nicht? Und ehrlich mit sich sein, denn meistens kennt man ja die Antworten zu diesen Fragen ganz genau. Authentizät ist gefragt, alles andere brökelt früher oder später meiner Meinung nach. Also gebt euch selber auch ein Feedback. Ehrlich.
Des Weiteren muss man neben all diesen Punkten auch bereit sein sich verändern zu wollen bzw. weiter zu kommen.
Es braucht einfach ein Stück Persönlichkeit, Reife oder wie man das immer nennen will, dass man zu sich selber sagt: “Hey, ich bin bei weitem kein Genie. Aber ich kann und will Lernen!”. Ich für mich habe das zum Beispiel gut beim Songwriting gemerkt. Da hatte ich einen Song, fand den Übergenial und irgendwie musste ich dann merken, dass er doch eigentlich “nur” 0815 ist. Also, wenn euch jemand ans Bein pinkelt: Toll! Freut euch und lasst es in Eure Musik einfliessen!