Das ABC eines einfachen Arrangements
Ob Cover oder eigene Komposition, ob ihr das Publikum fesseln könnt, hängt zu einem grossen Teil von einem guten Arrangement ab.
Um erfolgreich zu sein, müsst ihr eure Musik zu mindestens 50% für das Publikum machen. Schräge Klänge, komplizierte Taktformen, unzählige aneinandergereihte Patterns verwirren die Zuhörer mehr, als dass wirklich Stimmung aufkommt.
Vergesst nicht, der Grossteil des Publikums besteht aus musikalischen Laien, die gute und einfache Musik hören wollen. Die Laien sind auf «einfache» Musik konditioniert; an den (Kommerz)Radios laufen auch keine komplizierten Arrangements, sondern klar strukturierte Songs, mit eingängigen Melodien, gespickt mit ein paar Hooks. Wie schon der Philosoph und Musikkritiker Theodor W. Adorno sinngemäss schrieb: Nicht das Unerwartete befriedigt den Hörer, sondern das Erwartete - er fühlt sich verstanden und ein wohliges Gefühl kommt auf. (Nebenbei sei hier bemerkt, dass für Adorno alles Kommerzielle ein Graus war - er huldigte Schönbergs 12-Ton-Diatonik).
Die klassischste aller Song-Formen ist die sogenannte AAB(A)-Form. A= Strophe, B=Bridge oder Refrain. Diese Art des Arrangements hat sich vor allem im Jazz / Funk-Bereich durchgesetzt und lässt die Zuhörer nicht im Stich. Auch im Rock/Pop-Pop-Bereich wird diese Form des Arrangements immer mehr zum Standard.
Was auch oft gehört sind sind sogenannte AAB(A)C-Formen, dabei ist der C-Teil ein Zwischenteil (Shout), der sich durchaus rhythmisch und stilistisch vom restlichen Song abheben darf / kann.
Grundsätzlich gibt es keine endgültigen Regeln für ein gutes Arrangement, auf folgende Punkte solltet ihr jedoch achten (wenn ihr die Chancen auf ein Radio-Airplay theoretisch bewahren wollt):
- Nehmt klassische 8-Takt-Patterns
- Keine ungeraden oder triolischen Taktarten
- Strophe und Refrain klar unterscheiden (stilistisch)
- Die Strophe muss auf den Refrain abzielen und umgekehrt - gebt den Zuhörern musikalische Hinweise, was als nächstes passieren könnte.
- Perspektivenwechsel - hört euch den Song an und fragt euch: Würde mir das als Zuhörer gefallen? Was würde ich hier und dort erwarten?




Comments(3)
Kein leichtes Thema - deine Nachbarskuh wird wohl leicht mehr verdienen als du selbst als kleiner Musiker in der Schweiz. Es ist auch einiges komplizierter als Gras fressen und Milch produzieren. Die “
Ein Gig muss (viel) mehr bieten als nur gute Musik. Das vergessen oder verdrängen viele Bands und fragen sich dann, weshalb sie es nicht schaffen, sich nicht von der breiten Masse abzuheben. Es gibt 1000ende Bands dort draussen, viele werden euch musikalisch mindestens gleichwertig sein. Daraus lässt sich einfach ableiten: wenn ihr ein Gig spielt und dabei “einfach” gute Musik macht und eine durchschnittliche Bühnenperformance hinlegt, hat das nicht viel mehr gebracht als eine gute Bandprobe.
An junge Bands ohne grosse Bühnenerfahrung: übt in eurem Keller nicht nur das Musikalische (und das gesellige Zusammensein), sondern zwischendurch - auch wenn’s sich anfangs schräg anfühlt - die Bühnenperformance! Das muss nicht heissen: Sprüche auswendig lernen oder mit dem Bandraum-Kühlschrank zu reden.
Der Bandweb-Blog soll Ideen und Informationen zu Themen rund um das Leben in, mit und von der Band geben. Wir werden versuchen, Themen wie “Fan-Arbeit”, “Bandpromotion” oder “Stage-Konzept” anzuschneiden.In den Kommentaren zu den Beiträgen (Klick unten auf “Comments“) könnt ihr eure Ideen reinbringen und Fragen stellen - es kann daraus eine inspirierende Diskussion entstehen.